Gesprächsführung nach Carl Rogers

Theorie & Praxis der Gesprächsführung

Präsenzschulung in Kenzingen

Gesprächspsychotherapie oder „Gesprächsführung nach Rogers“ haben auch Sie sicher schon einmal gehört.

Bei einer Gesprächstherapie handelt es sich nicht einfach nur darum, sich zu unterhalten, sondern dies mit bestimmten Techniken zu tun. Carl Rogers, ein bekannter Psychologe, hat diese Techniken Mitte des letzten Jahrhunderts entwickelt.

Rogers' Werkzeuge zur Gesprächsführung, die Sie in unserem Seminar erlernen, sind universell anwendbar und unverzichtbar für alle, die professionelle Gesprächsführung in Therapie oder Beratung einsetzen möchten.

Kursziel

In der Gesprächspsychotherapie (auch: Gesprächstherapie) geht es darum, sich selbst besser kennenzulernen, hemmende Denkmuster aufzudecken und sich dadurch weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt des therapeutischen Gesprächs steht die hilfesuchende Person mit ihren Gefühlen, Wünschen, Wertvorstellungen und Zielen. 

Die Haltung des Therapeuten spielt eine wesentliche Rolle: Sie nehmen Ihren Klienten einfühlsam mit Wertschätzung und Akzeptanz wahr und schaffen einen Raum, in dem sich der Patient öffnen kann. 

Kursziel

Unser Ziel ist es, im Seminar zunächst die Grundhaltung nach Rogers und die Techniken der Gesprächsführung zu vermitteln und dies dann in Kleingruppen miteinander aktiv zu üben. Auf eine bestimmte Weise sprechen lernen kann man nur, wenn man dies auch tut. So werden Sie in die Lage versetzt, Gespräche professionell und prozessorientiert zu führen.

Kursinhalt

Das Seminar ist in drei Tage aufgeteilt, von denen der erste mehrheitlich den theoretischen Boden darstellt für die beiden anderen sehr praktisch orientierten Tage.

Theorie (Tag 1)

  • Carl Rogers und sein Werdegang als „Quereinsteiger“ in die Psychologie
  • Wie kam Rogers dazu, seine Techniken zu entwickeln? (So können Sie später die Grundlage Ihres Tuns begründen)
  • Die Roger´sche Grundhaltung und seine Gesprächstechniken

Praktisches Üben (Tag 2 + 3)

  • Sie werden in kleinen Schritten an das eigene Tun herangeführt, indem Sie nicht gleich alle Techniken auf einmal üben, sondern eine nach der anderen, bis Sie sie verinnerlicht haben.
  • Am dritten Tag werden dann alle gelernten Techniken gleichzeitig Anwendung finden. Zu jeder Technik wird zu Ihrer Orientierung von der Dozentin eine Demonstration gemacht.

Allgemeine Kursinformationen

Dozentin: Savina Tilmann
Heilpraktikerin für Psychotherapie

Adressaten: Heilpraktiker, Heilpraktiker für Psychotherapie, Psychologische Berater, Heilpraktikeranwärter, Anwärter für Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologische Berater in Ausbildung

Preis des Kurses: 360 €

Veranstaltungsort: Heilpraktikerschule Isolde Richter, Üsenbergerstraße 13, 79341 Kenzingen

Fachfortbildung: Nach Besuch des Kurses erhalten Sie einen kostenlosen Fachfortbildungsnachweis unserer Schule.

Teilnehmer: min. 12, max. 21

Termine & Anmeldemöglichkeit

Kursinformationen

Termine und Uhrzeit:

  • Freitag, 28.02.2020, 14:00 Uhr bis 19:00 Uhr
  • Samstag, 29.02.2020, 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr
  • Sonntag, 01.03.2020, 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Preis des Kurses: 360 €

Bepunktung: Bonuspunkte: 18, Fachfortbildungspunkte: 72

Kursinformationen

Termine und Uhrzeit: 

  • Freitag, 13.11.2020, 14:00 Uhr bis 19:00 Uhr
  • Samstag, 14.11.2020, 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr
  • Sonntag, 15.11.2020, 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Preis des Kurses: 360 €

Bepunktung: Bonuspunkte: 18, Fachfortbildungspunkte: 72

Was ist Gesprächsführung nach Rogers?

Die klientenzentrierte Gesprächsführung bzw. Gesprächstherapie nach Carl Rogers (amerikanischer Psychotherapeut) ist ein humanistisches Verfahren, das davon ausgeht, dass jeder Mensch einen Selbsterhaltungstrieb hat, der sich durch die Therapie entfalten kann.

Carl Rogers formulierte als Voraussetzungen für eine Gesprächsführung drei Grundbedingungen:

  • Annahme und Wertschätzung
  • Empathie (einfühlendes Verstehen)
  • Selbstkongruenz (Echtheit)

Geschichte
Die Entwicklung der Gesprächspsychotherapie (auch: Gesprächstherapie) ist eng mit der Person ihres Begründers Carl R. Rogers (1902–1987) verbunden. Rogers gilt als einer der Hauptvertreter der Humanistischen Psychologie. Er nannte sie zunächst „nicht-direktive Psychotherapie“ aber später „klientenzentrierte Psychotherapie“.

Rogers war 12 Jahre lang als klinischer Psychologe psychotherapeutisch und beratend tätig, bevor er von 1940 bis 1963 an drei amerikanischen Universitäten als Professor für Psychologie und (teilweise) für Psychiatrie lehrte. Dadurch erhielten er und seine Mitarbeiter die Möglichkeit zu intensiver wissenschaftlicher Forschungsarbeit. Dabei beschäftigte ihn nur eine Frage: „Welche Bedingungen sind es, die dazu führen, dass eine Person von sich aus über ihr Erleben spricht, sich dabei besser verstehen lernt und schließlich zu Einstellungs- und Verhaltensänderung gelangt?“ Seine Beobachtungen über den Zusammenhang zwischen personenzentrierter Haltung und konstruktiven Persönlichkeitsveränderungen konnten auf diese Weise mit einer Fülle von empirischen Untersuchungen überprüft und in den wesentlichen Punkten bestätigt werden. 

Menschenbild
Menschen streben von ihrer Geburt an danach, ein Selbst zu entwickeln. Diese Entwicklung wird im Wesentlichen durch die Erfahrungen geprägt, die ein Individuum im Kontakt mit seiner Umwelt macht, vor allem mit den wichtigen Pflegepersonen (Eltern), und insbesondere durch die Bewertungen dieser Erfahrungen durch den eigenen Organismus und durch die wichtigen Bezugspersonen. Von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Selbst ist nach Rogers, wie dem angeborenen Bedürfnis nach „Positiver Beachtung“ bei der jeweiligen Erfahrung Rechnung getragen wird. Wenn ein Kind in seinen Erfahrungen nicht oder nicht ausreichend beachtet wird (z. B. aus Desinteresse oder Überforderung oder aufgrund anderer eigener Probleme der Bezugspersonen) oder wenn es in bestimmten Erfahrungen negativ bewertet wird („stell Dich nicht so an, Du bist doch ein Junge, da weint man nicht“ = nicht Bedingungsfreie Positive Beachtung), dann ist das der Entwicklung eines stabilen Selbst abträglich.

Elemente
Die Psychotherapie-Theorie ruht im Wesentlichen auf zwei Säulen: einer wissenschaftlich überprüften Aussage über wirkungsvolles Eingehen von Psychotherapeuten und Beratern auf ihre Klienten (die sechs notwendigen und hinreichenden Bedingungen zur psychologischen Veränderung) und die Grundannahmen über die Natur des Menschen („Aktualisierungstendenz“ sowie „Bedürfnis nach bedingungsloser positiver Wertschätzung“).

Damit eine psychologisch relevante Veränderung des Selbstkonzepts einer Person stattfinden kann, müssen vom Therapeuten die drei Grundhaltungen in der Beziehung zum Klienten gelebt werden:

Bedingungslose positive Wertschätzung gegenüber der Person des Ratsuchenden mit ihren Schwierigkeiten und Eigenheiten. Das Bedürfnis nach bedingungsloser positiver Wertschätzung gehört auch zu den personenzentrierten Grundannahmen über die Natur des Menschen. Die bedingungslose positive Wertschätzung gegenüber dem Klienten kann verschiedene konkrete Interaktionsformen annehmen. So gehört das vorbehaltslose Annehmen des vom Klienten Ausgedrückten dazu, das Ermutigen der ratsuchenden oder leidenden Person ist ebenso eine Grundform des bedingungslosen Wertschätzens wie das Ausdrücken von Solidarität mit dem Klienten.

Empathie: Einfühlsames Verstehen der Welt und der Probleme aus der Sicht des Klienten, und die Fähigkeit, diese Empathie dem Klienten zu kommunizieren. Bei der Empathie als generativem Prinzip von hilfreichen Therapeut-Klient-Interaktionen können verschiedene Formen unterschieden werden. Grundformen der Empathie sind beispielsweise die Wiederholung des Mitgeteilten, die Empathie als Konkretisierung des Gesagten, die Empathie mit Bezug auf das Selbstkonzept des Klienten sowie die Empathie mit Bezug auf das organismische (haltungsprägende) Erleben des Klienten.

Kongruenz in seiner Haltung (Echtheit, Wahrhaftigkeit gegenüber dem Klienten): Offenes Wahrnehmen des eigenen Erlebens als Therapeut oder Berater, der mit dem Klienten in Beziehung steht. Dieses Offen-Sein schließt auch Echtheit in dem Sinn ein, dass Psychotherapeuten und Berater nicht nur als Fachpersonen in Erscheinung treten, sondern auch und besonders als Person sich dem Klienten in der Begegnung zu erkennen geben. 

Die Wirkung von personenzentrierter Psychotherapie und Beratung wurzelt in erster Linie in der Umsetzung dieser drei Grundhaltungen. Sie prägt die Beziehung zum Klienten, der sich dank dessen seiner eigenen Person zunehmend wertschätzend, empathisch und kongruent zuwenden kann (Persönlichkeitswachstum). Die jeweils konkrete personenzentrierte Interaktion, welche von diesen Grundhaltungen geprägt ist, hat stets zum Ziel, die Inkongruenz der ratsuchenden Person zu reduzieren. Die konkrete Umsetzung dieser Haltungen ist jedes Mal auf den Klienten abzustimmen und ergibt zwangsläufig einen je eigenen, personenzentrierten Prozess. Die Wirkung liegt nicht im theoretischen und diagnostischen Experten-Wissen über Klienten oder in der Anwendung therapeutischer Techniken.

Zusätzlich zu diesen sogenannten therapeutischen Grundhaltungen (im empirisch-positivistischen Jargon auch „Therapeutenvariablen“ genannt) stellte Rogers drei weitere Bedingungen für eine erfolgreiche Klienten-Therapeuten-Beziehung auf:

Es besteht ein psychologischer Kontakt zwischen Klient und Therapeut.
Eine der beiden Personen (der Klient) befindet sich in einem Zustand der Inkongruenz.
Das therapeutische Angebot der Grundhaltungen (1–3) muss vom Klienten zumindest im Ansatz wahrgenommen werden können.
Wenn alle sechs Bedingungen erfüllt sind, ist psychotherapeutische Veränderung möglich.

Quelle: Wikipedia